Der Holzmindener Bülte-Volkslauf fand wie immer an einem Sonntagmorgen statt. Um genau zu sein, zum 18ten Mal an diesem 26. August 2012. Alles war wie gewohnt. Gute Organisation, nette hilfsbereite Menschen, Kuchen, Kaffe, Getränke usw., alles da.  Der Veranstalter freute sich über die 180 Teilnehmer, die trotz der Ferienzeit gekommen waren. Alles in allem also eine gelungene Sportveranstaltung. Dessen ungeachtet stand der beliebte Volkslauf vor dem Aus.

Die Leiden des MTV Altendorf als Veranstalter des Bülte-Volkslaufes fingen mit der Zustellung einer Bundeswehrrechnung an. Man muss dazu wissen, dass der Bültelauf schon seit etlichen Jahren teilweise über einen Landübungsplatz der Bundeswehr führt. Eine ähnliche Streckenführung liegt auch der Winterlaufserie, die vom PSV Holzminden ausgerichtet wird, zugrunde. Den Hintergrund der Bundeswehrrechnung erklärte Katrin Schliephake vom MTV Altendorf im Täglichen Anzeiger Holzminden vom 17. August 2012 wie folgt: …“Die Bundeswehr will Geld, und das haben wir nicht. … Als wir in diesem Jahr den Antrag stellen, bekommen wir eine Rechnung. Wir sollen 174,00 Euro Gebühren und 20 Prozent unserer Einnahmen bezahlen.“ Dem TAH ist weiter zu entnehmen, dass auch die Forstverwaltung Geld für die Benutzung von Waldwegen haben möchte. Die Gebühren belaufen sich hier auf 150,00 Euro.

Weiter stand im TAH zu lesen: …“Die Ehrenamtlichen Veranstalter des Bültelaufs sind wie vor den Kopf geschlagen. Das Geld, was man durch Startgebühren und Kuchenverkauf einnehme, reiche gerade für die Kosten der Veranstaltung. … Bislang haben wir von der Bundeswehr das Gelände kostenlos oder gegen eine kleine Bearbeitungsgebühr zur Verfügung gestellt bekommen.“

Die Sache zog ihre Kreise, denn auch andere waren betroffen. Der Walking-Treff des MTV 49 Holzminden wurde vorsorglich abgesagt. Der PSV Holzminden rechnete nach und war bestürzt. Für die über die Kreisgrenzen hinweg geschätzte Winterlaufserie müsste man nach diesen Vorgaben mit Kosten von 2.400,00 Euro rechnen. Es drohte das Ende der fast 30jährigen Serie.

Erst das Eingreifen vom niedersächsischen Innen-und Sportministers Uwe Schünemann glättete die Wogen. Ein Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter der Bundeswehr verlief zunächst ergebnislos. Doch ein Brief an den Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und den Leiter des Bundeswehrzentrums Ralf Wiemann löste endlich den Knoten. Dazu Ralf Wiemann im TAH: …“Für solche Veranstaltungen, die Bundeswehr-Gelände nutzen, muss ab sofort keine Gebühr mehr bezahlt werden. Und  auch eine Beteiligung am Umsatz entfällt komplett. Das gilt nicht nur für Holzminden, sondern für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Dienstleistungszentrums von Hannover über Celle durch den Harz bis Holzminden.“

Wiemann erklärte im TAH weiter: …“Eine neue Vorschrift der Bundeswehr besagt, dass Bundeswehrflächen, die von Veranstaltern genutzt werden, kostenpflichtig zur Verfügung gestellt werden sollen. Ziel der Vorschrift sind Großveranstaltungen wie Motorradrennen, Konzerte und anderes, bei denen die Veranstalter Geld verdienen wollen.“ Und weiter: …“Aber sowohl der MTV Altendorf als auch der PSV Holzminden haben keinen messbaren, wirtschaftlichen Nutzen. Deshalb muss auch nichts bezahlt werden.“

Und jetzt zum Sport. Gelaufen wurde auf den zwischenzeitlich mühevoll ausgetüftelten „Alternativ“-Strecken, trotz der ausgeräumten Probleme. Die Organisatoren wollten die neue Streckenführung einfach mal ausprobieren. Positive Rückmeldungen gab es jedenfalls einige. Vom MTV Wangelnstedt nahmen Hartmut Ahlbrecht und Michael Schaumann die Neuerungen unter ihre Laufsohlen. Beide liefen sehr gute Ergebnisse ein. Hartmut lief als Erster seiner Altersklasse M60 über die Ziellinie im Liebigstadion. Seine Zeit über die  5 Kilometer-Distanz wiesen die Ergebnislisten mit 22:12 Minuten aus. Michael startete über die 10 Kilometer lange Strecke. In 54:58 Minuten belegte er den 2. Platz in seiner Altersklasse M30.

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