Thorsten Raulfs vom MTV Wangelnstedt absolvierte am 04. Mai 2008 in Hannover seinen ersten Marathon. Wie lang sind die 42,195 Kilometer gefühlt eigentlich? Was bedeutet ihm dieser Marathon? Wie bereitet man sich auf ein solches Event vor? MTV-Laufen hat sich mit dem Sportler unterhalten.

MTV-Laufen: Thorsten, Herzlichen Glückwunsch zum ersten erfolgreich bestandenen Marathon Deiner Läuferkarriere. War der Lauf so locker wie Deine Zeit von 03:27,28 Stunden? Du hattest doch eine etwas langsamere Zielzeit geplant?

Thorsten Raulfs: Ja, ich hatte mir eine Zeit von 3 Stunden 45 Minuten zugetraut. Ich bin den Lauf tatsächlich locker angegangen, nur kein Stress dachte ich, aber bei Kilometer 38, am letzten Versorgungspunkt, hatte ich dann doch einen kleinen Einbruch.

MTV-Laufen: War das wunderschöne Wetter für einen Marathon vielleicht etwas zu warm?

Thorsten Raulfs: Es ging gerade noch so. Am Start merkte man schon, dass die Sonne brennt. Die Startzeit war perfekt und durfte auch nicht viel später sein. Die leichte Brise, die wehte, machte den Lauf aber erträglicher.

MTV-Laufen: Okay, aber wie erläuft man diese Distanz? Wie erging es Dir auf diesen 42,195 Kilometern? Thorsten Raulfs: Anfangs recht gut! Am Start herrschte eine Top Stimmung, man unterhielt sich, AC/DC tönte aus den Lautsprechern und dann um 09.00 Uhr der Startschuss. Freunde hatten mir geraten das Rennen langsam anzugehen, doch auf den ersten Kilometern war mein Tempo trotzdem ein wenig zu schnell. Ich nahm mich etwas zurück, da sonst ein Einbruch auf der zweiten Hälfte des Laufes droht. Bei Kilometer 4,5 dann der erste Erfrischungspunkt. Trinken ist wichtig. Die 10 Kilometermarke durchlief ich in 47:34 Minuten und auf den folgenden Kilometern musste ich immer darauf achten nicht zu schnell zu laufen. Die 20 Kilometermarke habe ich in 1 Stunde 40 Minuten durchlaufen. Es lief wirklich gut. Beifall von den Zuschauern an der Strecke und so, alles super. Die 30 Kilometer in 02:25,21 Stunden. Danach hatte ich Schmerzen in Knie und Hüfte. Alles Kopfsache dachte ich und zog mein Tempo sogar noch an. Dann bei Kilometer 38, am letzten Versorgungspunkt, mein Einbruch. Ich wollte kurz stehen bleiben um mich mit Banane und Isodrink zu versorgen, aber wieder loslaufen, dass war schon schwierig. Ich möchte mich hier bei den Läufern bedanken, die mich zum Weiterlaufen ermuntert haben. Nach ein paar Schritten war ich wieder im Rennen und die 40 Kilometermarke war auch bald in Sicht. Allerdings hatte ich jetzt Mühe mein Tempo zu halten und wurde langsamer. Doch unter dem Applaus der Zuschauermenge brachte ich die letzten Kilometer auch noch hinter mich. Die Ziellinie im Visier konnte ich sogar noch einmal durchstarten.

MTV-Laufen: Was hast Du gedacht als Du im Ziel warst?

Thorsten Raulfs: Ich konnte es selber kaum glauben, dass ich das hier geschafft habe. Mein erster Marathon. Da stand ich nun, froh und erleichtert über diese Leistung gleichermaßen. Ich hatte fast Tränen in den Augen.

MTV-Laufen: Ein Marathonlauf fängt allerdings schon vor dem Startschuss an. Wie sah Deine Vorbereitung aus?

Thorsten Raulfs: Der Marathon beginnt weit vorher beim Training. Der ganze Körper und auch die Seele müssen sich darauf einspielen. Die Wintermonate habe ich natürlich genutzt um zu laufen, auch bei schlechtem Wetter. Ich bin kein Rundenläufer, darum habe ich anfangs eher flache Strecken bevorzugt, später anspruchsvollere.

MTV-Laufen: Welche zum Beispiel?

Thorsten Raulfs: Von Holzminden, Bevern über Forst, Warbsen, Golmbach nach Holenberg, das ist eine schöne Berg-und Talstrecke, weiter nach Stadtoldendorf und von da an flach weiter nach Deensen und praktisch nur noch bergab nach Holzminden.

MTV-Laufen: Was ist genau das Besondere an einem Marathon?

Thorsten Raulfs: Seine Grenzen kennenzulernen.

MTV-Laufen: Und wie lang sind die 42,195 Kilometer gefühlt?

Thorsten Raulfs: Unendlich lang.

MTV-Laufen: Trinken ist wichtig, oder?

Thorsten Raulfs: Sogar sehr wichtig. Der Körper schwitzt aber nicht nur Wasser aus, sondern auch Salze. Schon einen Tag vorher sollte man dies berücksichtigen und sich entsprechend ernähren.* ( Anmerkung MTV-Laufen: Bitte informieren Sie sich eingehend vor Ihrem ersten Marathonlauf zum Thema Trinken, Schwitzen und Salzmangel in entsprechender Literatur und/oder auf seriösen Seiten im Internet um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.)

MTV-Laufen: Was bedeutet Dir Dein erster Marathon?

Thorsten Raulfs: Als ich 2006 das erste Mal in Hannover gestartet bin, damals noch auf den 10 Kilometern, war das für mich ein riesiges Event. 2007 lief ich hier den Halbmarathon in 01:47 Stunden und sagte mir: Nächstes Jahr laufe ich den Marathon! Es ging also immer weiter nach vorne.

MTV-Laufen: Entspannung pur, oder was kommt nach dem Marathon?

Thorsten Raulfs: Man sollte auf seinen Körper hören, gemäßigt trinken, essen und natürlich ausruhen. Am Tag darauf auslaufen. Aber von Entspannung pur will ich nicht reden.

MTV-Laufen: Den Leinewiesenlauf am kommenden Freitag in Greene wirst Du doch sicherlich nicht laufen?

Thorsten Raulfs: Ich und nicht laufen! Du „brennst“ wohl ( lacht ), da laufe ich den Halbmarathon und ich weiß schon heute: Das war nicht mein letzter Marathon!

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